Archive for July, 2010
Bahnrenne Zürich
Als WM-Vorbereitung fuhr ich gestern die Zürcher Abendrennen auf der Bahn. Wir, der Schweizer-Junioren-Bahn-Vierer, absolvierten an diesem Abend die Hauptprobe zur WM in zwei Wochen. Zuerst aber fuhren wir noch ein Scratch-Rennen und ein Punktefahren. Ich merkte schon in diesen Rennen, dass meine Beine heute nicht gut waren und dass ich nicht 100% motiviert war. Als wir uns aber ans Einfahren mit dem Bahnvierer machten, also mit den Scheibenrädern vorne und hinten, alle genau das gleiche Velo, das genau gleiche Kombi und den gleichen Helm, stieg die Nervosität gehörig. Und am Start war es speziell, denn die offene Rennbahn in Zürich hatte dank einer Indy-Car-Veranstaltung fast 4′000 Zuschauer. Dies änderte leider nichts an meinen nicht allzu guten Beine. Der Start war ziemlich gut und wir fanden einen guten Rhytmus. Leider fühlte ich mich nie richtig wohl auf dem Rennrad und nach meiner letzten Führung, 1 Runde vor Schluss, ging ich bei der Ablösung zu weit nach oben, was ein Loch verursachte, welches ich leider nicht mehr zu schliessen in der Lage war. Das war meine persöhnliche Enttäuschung des Abends, obwohl es eigentlich nicht weiter schlimm war, da nur drei Fahrer ins Ziel kommen mussten und ich sowieso nicht mehr an die Führung gekommen wäre. Die Zeit aber war sehr gut, welche wir gefahren sind; wir waren 5 Sekunden schneller als die Junioren im letzten Jahr, welche den Junioren-Schweizerrekord, welchen sie später an der WM aufstellten, halten…
Trainingslager Aigle
Die letzten neun Tage verbrachte ich im Trainingslager, zuerst in Aigle auf der Bahn, dann bei Simon Pellaud und von Mittwoch bis Sonntag wieder in Aigle auf der Bahn. Dabei haben wir an der WM-Vorbereitung gearbeitet. Für mich hiess dies, dass ich sehr viel im Mannschafts-Vierer und an der Einerverfolgung gearbeitet habe. Zwischendurch habe ich dann auch noch an meinen Zeitfahrfähigkeiten arbeiten können. Es war eine sehr intensive Woche deshalb. In der nächsten Woche folgen diverse Hauptproben zur WM; d.h. am Dienstag einen Bahn-4er in Oerlikon, ev. am Donnerstag eine 3000m Einerverfolgung und am Sonntag ein langes Zeitfahren in Langenthal. Und schon in einer Woche geht es nach Offina, wo ich am 6. August das WM-Zeitfahren bestreiten werde.
Paton-Cup
Nach der Schweizermeisterschaft hatte ich in der darauffolgenden die mündlichen Maturprüfungen, mit einem kurzen unterbruch im Strassenrennen von Mühleturnen. Am Samstag war es dann offiziell: Ich habe die Matur bestanden. Dies allerdings relativ knapp, doch das interessiert ja niemanden. Nach einer weiteren Woche mit wenig velofahren und vor allem Ferien-machen ging es am Freitag nach Luxemburg an den Paton-Cup, ein Nations-Cup-Rennen (also eine Art Weltcup, bei dem nur Nationalteams teilnehmen). Bei fast 40°C galt es am Samstag eine Strecke von 110km mit hügeligem Gelände zu absolvieren. Nach nur wenigen Kilometern fand ich mich eher durch Zufall und relativ ungewollt an der Spitze mit einem Australier wieder. Mir blieb keine andere Wahl und so fuhren wir so schnell wir konnten. Bald hatten wir einen Vorsprung von über einer Minute; doch das Feld liess nicht locker und nach 40km an der Spitze wurden wir wieder eingeholt. Die anschliessend vielen Berge und der Seitenwind machten das Rennen hart. Ich konnte mich nur noch im Feld hinteren des gespaltenen Feldes aufhalten und kam mit viel Rückstand ins Ziel.
Etwa ähnlich lief es mir am zweiten Tag. Bei wiederum grosser Hitze führte die Strecke über 6 Runden auf einem Parcours, wo es nur rauf und runter ging, aber sicher nicht flach war. In der letzten Runde musste ich wiederum reissen lassen! Ich war ziemlich enttäuscht über mein Abschneiden, doch nach einer Ausrede zu suchen ist der falsche Weg. Ich bin aber überzeugt, dass ich in den Trainingslagern, die in den nächsten Wochen folgen, mich für die WM im August wieder fitmachen kann…
BOE-Strassenrennen Mühleturnen
Eigentlich bin ich gerade an einer Pause, nach meinen Schweizermeistertiteln, jedoch wollte ich unbedingt mal ein Rennen im Trikot des Schweizermeisters fahren und deshalb entschloss ich mich, das BOE-Renne in Mühleturnen, welches von meinem Klub (RSC Aaratel-Münsigen) organisiert wird, zu fahren. Die Strecke ist die gleiche wie der GP Aaretal im August, also mit eiem relativ harten Anstieg. Es galten 5 Runden (45km) zu fahren, welches im Handicap-Modus stattfand. Ich als Junior musste mit den Amateuren und den Elitefharen mit 2 resp. 4 Minuten auf die Hobbyfahrer, Frauen und U17-Fahrer starten. Das Tempo war von Anfang an hoch, nach 2 Runden konnte ich mich alleine von unserem Feld absetzen, und am nächsten Anstieg sprintete Christian Schneeberger zu mir nach vorne. Zu zweit holten wir die Hobbyfahrerein und als kleines Spitzenfeld ging es auf die letzte Runde.Christian, gerade vom U23-Giro zurückgekehrt, fuhr wie eine Gazelle den Anstieg hoch, während ich hinten reissen lassen musste. Auf der Fläche oben konnte ich das Loch zu der Verfolgergruppe schliessen und mit einer Attacke abhängen. Nach der Abfahrt war ich dann etwa 200m hinter Christina, ein 1 gegen 1 Duell, das zu Gunsten von Christian, dem Juniorenschweizermeister von 2006, ausging. Es war ein tolles Rennen und zudem noch ein gutes Gefühl im Schweizermeistertrikot fahren zu dürfen…
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