Archive for 2010
GP-Rüebliland; 1.Etappe
Mein letztes Strassenrennen für dieses Jahr ist, wie schon im letzten Jahr, die Rundfahrt GP-Rüebliland. Im Gegensatz zum letzten Jahr, als ich fünfter wurde und das Trikot des besten Schweizers hatte, kann ich dieses Jahr mit der Nationalmannschaft die Rundfahrt bestreiten. Meine deviese ist, wie schon im letzten Jahr, auf Angriff zu fahren. So zeigte ich mich sehr aktiv auf den ersten 10km um eine allfällige Gruppe zu erwischen. Nach einer kurzen Verschnaufpause von den Attacken im Feld sah ich, dass 4 Fahrer ausgerissen waren, aber kein Schweizer dabei war. Deshalb sprintete ich zu diesen vier nach vorne, also eigentlich war es ein ziemlicher Effort, den ich dazu leisten musste. Zu fünft harmonierten wir gut, mit dabei war unter anderem der 3000m-Bahn-Weltmeister. Unser Vorsprung erhöhte sich auf 1,5 Minuten, wo er dann etwa stehen blieb. Auf der Schlussrunde, welche 3 mal bewältigt werden musste und einen ziemlich schweren Berg beinhaltete, kamen zwei weitere Fahrer vom Feld in die Spitzengruppe, der Zeitfahrweltmeister und der Regio-Tour-Sieger. Am letzten Berg wurde attackiert, wodurch ich leicht distanziert wurde. Nach einer kurzen abfahrt musste ich wirklich alles geben, damit ich die entstandene 4er-Spitzengruppe einholen konnte. Dies gelang mir nach etwa 3km. Doch kurz darauf folgte erneut ein kleiner Anstieg, wo wiederum attackiert wurde. Leider konnte ich nicht gerade nachsetzen, da ich noch überhaupt nicht erholt von der aufholjagt war. Das nun entstandene Loch zu der 4er-Gruppe konnte ich nur mit äusserster Anstrengung schliessen, kein Wunder, denn da waren auch zwei Weltmeister… Nach etwa 5km schaffte ich dies trotzdem, nun war ich aber wirklich kaputt. 2km vor dem Ziel attackierte der spätere Sieger, erneut wurde ich abgehängt, diesmal da ich ziemlich erschöpft war. Für mich galt es nun möglichst wenig Zeit zu verlieren bis ins Ziel, ganze 19Sekunden wurden es dennoch. Dies ist aber nicht weiter schlimm, denn als 5er-Gruppe haben wir einen fast-3-Minutenvorsprung auf das Feld, und ich durfte mir das Trikot des besten Schweizers überstreifen.
Regio-Tour: 4.Etappe
Eigentlich gibt es zu dieser Etappe nicht viel zu sagen: sie war zu hart für mich! Ich bin kein schlechter Bergfahrer und meistens kann ich an den Bergen mit den anderen mithalten, z.B. gestern. Doch auf der 4. Etappe der Regio-Tour ging das nicht. Es hatte nicht ein Flachstück und ging nur rauf und runter. Pro Runde, davon wurden insgesamt 6 gefahren, mussten zwei Berge mit insgesamt mehr als 350 Höhemetern bewältigt werden. Diese waren keineswegs regelmässige Steigungen, es hatte zum teil wirklich steile Rampen und diese waren es auch, welche mich zum Scheitern brachten. Ich musste schon früh reissen lassen, leider. Den rest des Rennens fuhr ich dann mit den Nati-Teamkollegen Yves Hofmann und Thery Shir, mit welchem ich ja gestern in der Spitzengruppe war. Insgesamt gesehen war die Rundfahrt für mich trotzdem recht erfolgreich, mein Ziel, eine gute Etappe zu fahren habe ich am Samstag erreicht.
Regio-Tour: 3.Etappe
Die dritte und längste Etappe der diesjährigen Regio-Tour war über 120km lang, wobei auf den ersten 50km zwei Berge der 1. Kategorie bewältigt werden mussten. Ich fühlte mich an diesem Tag relativ gut und hatte mir einiges vorgenommen, so ging ich nach der ersten Bergwertung in dieversen Ausreissversuchen mit. Als keine fruchtete, griff ich selbst mal an, denn ich wusste, dass ich bei einer Ausreissergruppe am Berg wohl nicht mitgehen konnte. Glücklicherweise trug mein Angriff Früchte und es bildete sich eine 12er-Spitze. Wir fuhre voll und hatten bald eine Minute Vorsprung. Im Zwischensprint vor dem zweiten Berg konnte ich als 2. 2 Bonussekunden ergattern. Nach dem zweiten Berg gesellten sich einige andere Fahrer zu uns hinzu, wo auch Thierry Shir, ein zweiter Schweizer-Nati-Fahrer, drin war. In der 25er Gruppe drosselte ich meine Führungsarbeit, da nun das Interesse der anderen Teams am führen wohl grösser war. In einem zweiten Zwischensprint konnte ich wiederum 2 Bonussekunden hohlen. 20km vor dem Ziel gab es aus dieser Spitzengruppe eine 9er Fluchtgruppe mit vielen Favoriten auf den Gesamtsieg und auch Thiery Shir. So musste ich nicht nachführen. Da ich mich aber eigentlich gut fühlte griff ich aus der verbleibenden Gruppe an, und mit zwei anderen Fahrern schafften wir den Anschluss zur Spitzengruppe 3km vor dem Ziel. Nach einer Attacke des deutschen Titelanwärters und Vize-Zeitfahr-Weltmeisters Jascha Süterlin griff auch ich an. Leider konnte ich ihn nicht mehr holen, und ich wurde noch von einem Norweger abgefangen. So reichte es auf den dritten Etappenplatz. Nun liege ich im Gesamtklassement ebenfalls auf dem dritten Platz, völllig unerwartet! Jedoch nur gerade 4 Sekunden hinter mir befindet sich die ganze Amerikanische Mannschaft, die noch gut vom Mannschaftsfahren her platziert sind. Heute geht es auf 80km über 12 Berge und insgesamt 2100 Höhemeter. Natürlich werde ich versuchen meine gute Ausgangslage zu verteidigen, doch dies wird schwer….
Regio-Tour: 2.Etappe
Kurz gesagt: es passierte nicht viel. Zwar hatte es am Anfang der relativ kurzen Etappe zwei Hügel zu bewältigen, wo tatsächlich auch eine 10er spitzengruppe entstand und leider kein Schweizer dabei war, doch diese wurde 20km vor dem Ziel gestellt und es kam zum Massensprint. Ich selber hatte in der Abfahrt vom ersten Berg einen Platten und musste wieder ins Feld fahren. Eigentlich wollte ich es an der Kilometermarke mit einem Vorstoss probieren, doch ich wurde vorher eingeklemmt und hatte so keine Chance auf einen Angriff. So fuhr ich ohne Zeitrückstand mit dem Feld über die Ziellinie und möchte auf der nächsten Etappe ein wenig mehr zeigen…
Regio-Tour: 1.Etappe; Mannschaftsfahren
Die erste Etappe der Regio-Tour, welche in Deutschland in der Nähe von Freiburg stattfindet, war ein Mannschaftsfahren. Speziell an diesem war, dass keine Zeitfahrmaschienen erlaubt waren. So war es auf den 8,7km sehr hart in dem vielen Wind. Nach einem schnellen Start gingen manche von uns etwas ein. Wir konnten aber bis zum Schluss beisammen bleiben und erreichten den guten 4. Platz. Mit einem technisch optimaleren Zeitfahren hätten wir die 4 Sekunden Rückstand auf die 3ten auch wettmachen können.
GP Aaretal
Nach der gestrigen Superanstrengung hatte ich schon beim Aufstehen müde Beine. Ich wusste, dass ich heute bei meinem Heimrennen (von meinem Club RSC Aaretal-Münsigen organisiert) nicht viel zu melden hatte. So beschloss ich deshalb einfach Spass am Rennenfahren zu haben. Wie gestern war es ein Handicaprennen, allerdings ohne Elitefahrer. Leider harmonierte es unter den Junioren nicht so gut, und nur wenige glaubten daran, dass wir durchkommen könnten, was ich schade fand und mir ein wenig die Freude nahm. (also nicht so wie gestern, als alle überzeugt waren und vollgas gaben) So kamen schon bald die Amateure von hinten und danach wurde es am Berg, welchen wir 13 mal überfahren mussten, ziemlich hart. Eine Runde vor Schluss musste ich reissen lassen, ich war überrascht dass es so spät war, trotzdem aber ein wenig enttäuscht, denn es ist nicht lustig, ein Feld ziehen lassen zu müssen!
Bern West
Seit zwei Monaten hatte ich kein Rennen mehr über 100km bestritten und so war ich etwas über meine Form verunsichert. Wie im letzten Jahr war BernWest ein Handicaprennen über 120km. D.h., wir hatten 4min Vorsprung auf die Amateure, und weitere 4min auf die Elitefahrer. Am Start standen kaum mehr als 10 Junioren, eigentlich dachte ich, dass wir so sehr früh eingeholt würden! Auf Vorschlag von einem anderen Fahrer, beschlossen wir einfach vollgas zu geben, ohne auf mögliche Konsequenzen bei der möglichen Einholung zu achten. In der ersten 17km langen Runde konnten wir den Vorsprung auf die Amateure um 40 Sekunden ausbauen. Nach Rennhälfte, ich war schon erstaunt, dass wir überhaupt so weit kamen, hatten wir auf das Elitefeld immer noch 5min Vorsprung und von da an begann ich daran zu glauben, dass wir es schaffen könnten. Leider mussten alle Runden einige Junioren reissen lassen. In die letzte Runde gingen wir noch zu dritt, mit einer Minute Vorsprung. Wir haben alles gegeben, doch gegen ein Eliteteam, welches hinten einreiht (so wie man es bei der Tour de France beobachten kann), hatten wir drei Junioren nach 110km Flucht keine Chance und nur 5km vor dem Ziel wurden wir eingeholt. Einerseits war es extrem schade, wären wir doch die ersten Junioren gewesen, welche je durchgekommen wären, andererseits war ich äusserst positiv von meiner Leistung überrascht!
WM-Eintrag 4: Mannschaftsverfolgung
Nach der guten Zeit bei der Hauptprobe in Örlikon vor zwei Wochen waren wir uns sicher, eine gute Zeit fahren zu können. Ich persöhnlich fühlte mich noch nicht bei 100% nach der gestrigen Einerverfolgung. Nach einem ersten Fehlstart, einer von uns war zu früh losgefahren, galt es dann ernst. Wir starteten schnell, und fanden einen guten Rhytmus. In der zweitletzten Runde der 4km vielen wir ein wenig auseinander, zum Glück waren wir aber schon praktisch im Ziel und so verloren wir nur ca. 1s. Die Uhr stoppte bei 4:15, das ist neuer Junioren-Schweizer-Rekord. Der Elite-Rekord hätten wir auch noch fast geholt… Das war für mich ein gelungener Abschluss der diesjährigen Weltmeisterschaften!
WM-Eintrag 3: 3000m Einerverfolgung
Nach dem enttäuschenden WM-Zeitfahren hatte ich auf der 3000m-Einerverfolgung die Chance, es wieder besser zu machen. Schon im Einfahren merkte ich, dass ich gute Beine hatte und dass ich mich gut fühlte. Am Start war ich ziemlich nervös und so startete ich leider etwas schnell, schneller als es vorgesehen war. In den darauffolgenden Runden nahm ich deshalb etwas Druck weg, damit ich die 3000m durchhalten konnte. Wie sich herausstellte verlangsamte ich etwas zu sehr, denn am Schluss konnte ich nochmals zusetzen und wurde wiederum schneller. Die Uhr stoppte bei 3:26:677 was zwar 2 Sekunden schneller als meine 3000m bei der SM waren aber 1 Sekunde über dem Schweizer-Juniorenrekord, welchen ich mir als Ziel gesteckt hatte. Rangmässig ist dies der 15 Platz, für mich zufriedenstellend, jedoch nicht überragend. Morgen findet dann das Mannschaftsfahren statt, die Königsdisziplin. Ich bin überzeugt, dass wir dort eine gute Zeit fahren werden…
WM-Eintrag2: Zeitfahren
An diesem Zeitfahren, wo man eigentlich alle Zeit der Welt hätte, damit alles genau so abläuft, wie man es sich wünscht, ist bei mir so ziemlich alles falsch abgelaufen, was nur falsch ablaufen kann! Aber von Vorne: Um 12:45 machte ich mich mit dem Velo vom Hotel auf nach Offida zum Start, etwa 10km. (Nur knapp entkam ich dem nahenden Regen.) Als ich dort war kontrollierte der Mechaniker sicherheitshalber nochmal die Zeitfahrmaschiene (Welche ich schon mindestens 10mal in der Saison kontrolliert hatte, sie also stimmen sollte). Doch, aus welchem Grund auch immer, massen die Kontrolleure an der WM an einem anderen Ort als die Kontrolleure vorher; was bedeutete, dass mein Lenker 1cm zu lang war und dass so der Mechaniker in eine Notsituation geriet, er musste Am Velo herumsagen… So konnte ich etwas verspätet doch noch mit dem Einfahren beginnen. Das Einfahren legte ich auf die Startzeit 14:48 aus. Doch mitten im Einfahren kamen die Kommissäre um mein Velo nochmals zu kontrollieren und ich musste hektisch an den Start eilen, um dort wiederum herumzusitzen. Die Startzeit war 14:42, ein Missverständnis von unserer Seite her. Auf der Startrampe konnte ich mich aber wieder beruhigen und mich auf das Rennen fokussieren. Am Start trat ich dann wie gewohnt voll in die Pedale, doch schon wenige Sekunden nach dem Start lag ich am Boden. Was war geschehen? Wahrscheinlich ist die Kette rausgesprungen und ich trat ins Leere, was ein Sturz bedeutet. Ausser kleinen Schürfungen hatte ich mir aber nichts zugezogen und so setzte ich mich schnellstmöglich wieder aufs Rad und fuhr weiter, mit schon mal viel Rückstand. Bis zum vorher Beschriebenen langen Anstieg lief es mir relativ gut und ich hatte auch den Rhytmus gut gefunden. Doch anfangs Aufstieg überholte mich der hinter mir gestarete spätere Vizeweltmeister, was für meine Motivation ein weiterer Dämpfer war. Am Aufstieg selber verlor ich über eine Minute auf die Besten, was ich auch bis ins Ziel nicht mehr korrigieren konnte. So war dieses Zeitfahren für mich alles andere als gut und ich bin ziemlich enttäuscht. Aber schon am nächsten Mittwoch habe ich die Chance, wieder etwas gut zu machen, auf den 3000m auf der Bahn.
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